100 Jahre

Arbeitgeber­verband Oldenburg

- Das Jubiläum -

AGV Oldenburg Jubiläum

In diesem Jahr feiert der Arbeitgeberverband Oldenburg e. V. (AGV Oldenburg) sein 100-jähriges Bestehen. Gegründet wurde er am 28. August 1919, kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges. Er hat bewegte Zeiten hinter sich, Revolutionen, Kriege, seine zeitweise Auflösung unter den Nationalsozialisten, Nachkriegszeit und Wirtschaftswunder. Bis heute ist er der Partner der Arbeitgeber im Nordwesten, Dienstleister, Netzwerker und Interessenvertreter der Wirtschaft in der Region.

AGV Oldenburg
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Jubiläumsfeier

28. August 2019

Historie

1919

Es sind unruhige Zeiten, die Revolution hat auch den Nordwesten erreicht. Angesichts drohender Enteignung ihrer Betriebe gründen 32 Unternehmer am 28. August 1919 nachmittags um 16 Uhr im Zivilkasino Oldenburg den „Industrie- und Arbeitgeberverband für den Freistaat Oldenburg e.V.“ Zum Ersten Vorsitzenden des Verbandes wird der Geheime Kommerzienrat Carl Lahusen aus Delmenhorst gewählt.

1921

Zum ersten Hauptgeschäftsführer des Verbandes wird Prof. Dr. Wilhelm Dursthoff aus Oldenburg bestellt. Mitglieder des Verbandes zahlen 50 Mark, dazu kommt eine jährlich neu festzusetzende Umlage, die sich nach der Anzahl der Arbeiter richtet. Zweck des Verbandes ist „ein gedeihliches Zusammenwirken von Arbeitgebern und Arbeitern“.

1931

Die Folgen der Weltwirtschaftskrise bekommt auch der Nordwesten zu spüren. Der Zusammenbruch der Norddeutschen Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei AG in Delmenhorst bedeutet für den Verband den Rücktritt seines Vorsitzenden Dr. Hartung, der Direktor des Delmenhorster Unternehmens war. Neuer Vorsitzender wird Heinrich Fischer, erfolgreicher Fabrikant aus Varel und Inhaber der Weberei Tameling & Stöve. Er sollte sein Amt nicht lange behalten.

1933

Dunkle Zeiten brechen an, auch für den Verband. Die Nationalsozialisten übernehmen die Macht. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände werden in die Deutsche Arbeitsfront überführt. Der Verband gibt sich zäh: Erst nach zwei Jahren, also 1935, ist die Überführung des Industrie- und Arbeitgeberverbandes für den Freistaat Oldenburg in die Deutsche Arbeitsfront abgeschlossen. Er hört auf zu existieren.

1945

Während die Gewerkschaften nach Kriegsende schon im Jahre 1945 wieder aktiv werden können, erlaubt die britische Militärregierung nur eingeschränkt die Bildung von Arbeitgeberorganisationen. Unternehmen dürfen sich lediglich in loser Form zu „Sozialpolitischen Ausschüssen“ organisieren. Auch in Oldenburg gibt es solch einen Ausschuss, er nennt sich „Allgemeiner Arbeitgeberausschuss“.

1949

Auf Initiative des „Allgemeinen Arbeitgeberausschusses“ gründet sich am 27. Juni 1949 der Arbeitgeberverband Oldenburg e.V. Zunächst beteiligen sich nur 13 Unternehmen an dieser Gründung. Im September findet die konstituierende Mitgliederversammlung statt. Es nehmen rund 50 Firmenvertreter an dieser Versammlung teil. Der Vareler Unternehmer Heinrich Fischer übernimmt wieder den Vorsitz, wie er ihn bis 1933 innehatte.

1958

Der noch junge Verband wächst und gedeiht. Ist die Mitgliederentwicklung anfangs eher schleppend, so macht sie doch ab 1954 einen Satz nach vorn. 1958 ist die Zahl der Mitglieder auf 386 angewachsen.

1970

Das Oldenburger Land befindet sich als Wirtschaftsstandort zwar in einer Randlage, dennoch steigt die Zahl der Unternehmen, insbesondere der Industriebetriebe. Die Zahl der Mitglieder des Verbandes wächst weiter. 1977 wird Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer von der RAF entführt und ermordet.

1980

Anfang der 1980er Jahre kommen die ersten Computer auf den Markt. Nach und nach schreitet die Digitalisierung fort und es kommt zu weiteren Fortschritten im Bereich Elektronik. Was die Region betrifft, so sorgt insbesondere die mittelständisch geprägte Unternehmensstruktur für eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung. Es sind die kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten, die die Mitgliederstruktur des Verbandes prägen.

1990

Kurz nach der Öffnung der deutsch-deutschen Grenze ist die wirtschaftliche Entwicklung von einem rundum positiven Bild gezeichnet. Im Zusammenhang mit schnellen wirtschaftlichen Aktivitäten in der ehemaligen DDR zeigt sich der Verband wegen der noch zu großen Rechtsunsicherheiten zunächst zurückhaltend.

2008

Die weltweite Finanzkrise 2008 trifft auch den Nordwesten. Der Wirtschaftsstandort erweist sich als robust. Seine mittelständische Prägung und der Branchenmix verhindern einen größeren Einbruch der Wirtschaftsleistung. Etliche Unternehmen melden Kurzarbeit an, die Betriebe halten ihre Stammbelegschaften.

2019

Als größter Unternehmensverband im nordwestlichen Niedersachsen vertritt der AGV die Interessen global handelnder Unternehmen ebenso wie die alteingesessener Familienbetriebe. Mit praxisorientierten Veranstaltungen, Foren und Arbeitskreisen schafft der AGV Oldenburg ein umfangreiches Informationsnetzwerk für seine 600 Mitgliedsunternehmen. Der Verband arbeitet eng mit Universitäten, Hochschulen und Schulen zusammen und fördert mit vielen Maßnahmen und Projekten die Weiterentwicklung von Bildung und Wissenschaft in der Region.

Glückwünsche